D.HATE (for LEGACY#102)

Scan 160517 0001Ukrainischer Underground
Aus dem Vorhaben, nach musikalischer Abstinenz wieder eine neue Band auf die Beine zu stellen,
gründete sich im Jahre 2010 die ukrainische Formation D.HATE, die ihre Vorstellung von modernem
und groovigem Death Metal inzwischen auf ihrem zweiten Album „L.I.F.E“ verewigt hat. Was das Album
bedeutet und wie sie die ukrainische Metal-Szene einschätzen, erfuhren wir im Interview.

STEFFI MULLER (Legacy 102)

Die Mitglieder von D.HATE trafen sich 2009 das allererste Mal in einem Musikladen in ihrer Heimatstadt Lviv. Nachdem die Jungs vorher bereits in verschiedenen Formationen wie der Band Ambivalence und Euphoria tätig waren, entschloss man sich, gemeinsam ein neues musikalisches Projekt ins Leben zu rufen: „Ja, wir haben uns wirklich in unserem örtlichen Musikladen getroffen! Das Line-Up hat sich zwar zwischenzeitlich wieder verändert, aber im Moment bestehen wir aus Max an den Mikros, Andy an der Gitarre, Demon am Bass und Gene an den Drums und hatten das Glück, bis jetzt zwei Alben aufnehmen zu dürfen, und in ganz Europa Konzerte und Festivals absolvieren zu können!“

Der Metal-Stil der vier lässt sich in eine ganz einfache Kategorie einordnen:
„Wir nennen unseren Stil Death Metal mit groovigen Elementen. Ganz einfach!“ Beeinflusst wurden D.HATE dabei vor allem von modernen Bands wie Sepultura, Whitechapel und Gojira. Mit Zuversicht wird nun in die Zeit nach der Veröffentlichung von „L.I.F.E.“ geschaut, auch wenn die eigenen Ansprüche an die Arbeitsweise der Band bereits Opfer forderte: „Ja, die Aufnahmen und die Vollendung des zweiten Albums hat uns sehr positiv gestimmt und glücklich gemacht. Der unterschiedliche Blick auf die Dinge, wie die Band arbeiten, proben und sich weiter entwickeln sollte, führte leider dazu, dass wir uns von unserem Schlagzeuger trennen mussten. Dieses Kapitel haben wir aber nun erfolgreich hinter uns gebracht und sind nun wirklich bereit, unser Ding durchzuziehen!“

Für das neue Album ließ man sich zwei Jahre Zeit. Das fertige Material führte aber schließlich zum Label Deal mit Metal Scrap Records. Das Konzept der Scheibe schrieb dabei das Leben an sich: „Die neuen Songs reflektieren die verschiedenen Facetten eines Lebens: Ängste, Veränderungen und Schwierigkeiten. Wir thematisieren die schicksalhaften Tiefschläge. Jeder, der unsere Texte hört, wird sich mit diesen Worten auf seine Weise angesprochen fühlen und mit ihnen wohl etwas ganz Persönliches verbinden.“ Für die Aufnahmen entschied man sich für das Hertz Studio in Polen, in dem Bands wie Vader, Behemoth und Decapitated ebenfalls ihre Alben produzieren: „Das Studio ist einfach prädestiniert für Death Metal- Aufnahmen. Wojtek und Slawek Wieslawski sind Meister in ihrem Fach. Und für uns gab es weder Probleme in der Verständigung, sowohl sprachlich als auch musikalisch, noch mit der Arbeitsweise. Wir haben genau das Ergebnis erreicht, das wir wollten.“Scan 160517 0004

Beim Songwriting lässt man vor allem dem Gitarristen und dem Sänger der Band den Vortritt. „Ja, all unsere Texte werden von unserem Sänger Max geschrieben. Andy kümmert sich um die musikalischen Ideen und um den Sound. Aber natürlich wird das Endergebnis des Ganzen durch die gesamte Band beeinflusst und realisiert.“ Um einen passenden Einblick in die Musik von D.HATE zu erhaschen empfehlen die Jungs ihren neusten Song ‚Superman‘, zu dem man kürzlich erst ein eigenes Video produzierte. „Ja, der Song ‚Superman‘ beinhaltet alles, was unsere Musik und unsere Texte ausmacht. Die ganzen lyrischen Themen des Albums werden in diesem Stück perfekt zusammengefasst.“ Mit fertigem Album schauen die Ukrainer nun positiv und mit großer Zuversicht auf ihre nächsten musikalischen Schritte: „Die Reaktionen auf das neue Material sind sehr gut. Sowohl die Fans als auch die Presse loben unser Werk. Das ehrt uns natürlich und macht uns bereit für neue Schritte!“

Als nächstes wollen D.HATE vor allem live spielen und ihr Können international unter Beweis stellen. „Ja, mit der neuen Veröffentlichung hoffen wir darauf, dass das Interesse an unserer Band steigen wird. Wir wollen jetzt endlich wieder Gigs spielen, langsam anfangen, neues Material zu schreiben und andere Länder mit unserer Musik bereisen.“ Dabei hoffen die Jungs, auch bald wieder in Deutschland spielen zu können: „Ja, Deutschland und die dortige Metal-Szene ist für ausländische Bands natürlich das Größte. Auch für D.HATE ist es der interessanteste Musikmarkt, den es gibt.“ Die große Metal-Verbundenheit hängt dabei über allem und bestimmt jedes Land auf gleiche Weise: „Ja, der Metal ist ein Lebensgefühl. Damit identifizieren wir uns zu 100%. Unsere Metal-Szene in der Ukraine ist noch klein und völlig im Underground verankert. Wir haben keine großen Metal-Festivals oder riesige Konzerte. Es gibt nur wenige gute Tourmanager und Veranstalter, die ihre Sache professionell machen. Aber die ukrainische Metal-Riege entwickelt sich gerade. Wir sind gespannt.“ Und so sollten alle deutschen Fans die Drohung der Ukrainer ernst nehmen, wenn sie am Ende behaupten: „Behaltet Eure Liebe zum Metal, liest immer brav das Legacy-Magazin. Auch wir werden für Euch live spielen und vor allem viel von Eurem guten Bier trinken!“

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